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Reisediarrhö

Was ist Reisedurchfall?

Durchfall ist das Symptom einer Darmreizung, bei der die Nahrung beschleunigt aus dem Körper abgeführt wird.
Wer häufiger als dreimal am Tag die Toilette aufsuchen muss, einen flüssigen oder vermehrten Stuhl hat, der leidet unter Durchfall.

Was passiert bei einem gestörten Verdauungsprozess?

Unser Verdauungsprozess beginnt bereits in der Mundhöhle. Die Speisen werden hier zerkleinert und mit den Enzymen des Speichels vermischt. Nachdem der Speisebrei im Magen noch intensiver zerkleinert und mit weiteren Verdauungsenzymen vermischt worden ist, gelangt er in den Darmtrakt.

Im Dünndarm werden dann die verschiedenen Nährstoffe zum größten Teil aufgenommen. Durch die Bewegungen des Darmes wird der Darminhalt weiter zum Dickdarm transportiert. Im Verlauf der gesamten Darmpassage wird dem entstehenden Stuhl viel Wasser entzogen. Bei einer Durchfallerkrankung ist unter anderem dieser Vorgang der Eindickung des Darminhaltes gestört. Bakterien und andere Krankheitserreger dringen so in die Zellen der Darmschleimhaut ein und schädigen diese. Andere Bakterien produzieren Giftstoffe, welche die Darmschleimhaut schädigen. Dadurch werden die natürlichen Funktionen der Darmsschleimhaut und der -flora gestört.

In der Praxis kann dem Stuhl z. B. nicht mehr genug Wasser entzogen werden oder es wird sogar noch Wasser zugeführt. Dann verflüssigt sich der Stuhl sehr stark und es entsteht Durchfall.

Die Folge: Dem Körper wird in kürzester Zeit viel Wasser entzogen. Das kann zur Schwächung bis hin zur Austrocknung des Körpers führen.

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen einer Durchfallerkrankung bei Auslandsreisen sind meistens Infektionen mit Bakterien (in bis zu 80 Prozent der Fälle*), die über das Leitungswasser oder die Lebensmittel in den Körper gelangen.

Hochrisikofaktoren für die Einschleppung von Fremdkeimen in den Darm der Reisenden sind:

  • geringes Wasseraufkommen, zum Beispiel in afrikanischen Reisegebieten
  • ungekühlte Lagerung von Lebensmitteln
  • mangelhafte Aufbereitung der Abwässer
  • Düngung von zum Beispiel Gemüse mit Fäkalien
  • enges Zusammenleben von Mensch und Tier.

Reisedurchfall ist behandelbar, sollte aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Der Grund: Bei einer Durchfallerkrankung kommt es zu einem starken Wasser- und Mineralienverlust. Alarmzeichen für eine ernstzunehmende Erkrankung sind Blut, Schleim oder Eiter im Stuhl. Dann sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden!

Risikogruppen für Reisedurchfall

  • Kinder sind besonders anfällig und bei einer akuten Durchfallerkrankung auch schneller gefährdet, da der kindliche Organismus noch nicht die Abwehrkraft eines erwachsenen Organismus hat.
    Mehr Informationen: Kinder und Durchfall
  • Auch bei älteren Menschen besteht ein erhöhtes Risiko für Durchfall. Hinzu kommt, dass die Folgen einer Erkrankung im höheren Lebensalter nicht zu unterschätzen sind. Der Flüssigkeitshaushalt ist leichter störbar und aus der Balance zu bringen, nicht zuletzt, weil ältere Menschen ein vermindertes Hunger- und Durstgefühl aufweisen und im allgemeinen viel zu geringe Mengen Flüssigkeit pro Tag aufnehmen. Deshalb sollte dem Durchfall vor und während der Reise vorgebeugt werden.
    Mehr Informationen: Reiseapotheke

Soforthilfe

  • Mindestens drei bis vier Liter täglich trinken.
  • Die Getränke müssen ausreichend Zucker, Salz und Kalium enthalten, sonst kann der Körper das Wasser nicht speichern.
  • Die Weltgesundheitsbehörde WHO empfiehlt folgendes Hausmittel: auf einen Liter Wasser (abgekocht oder Mineralwasser) kommen acht gestrichene Teelöffel Zucker und ein gestrichener Teelöffel Salz.
  • Alternativ: Elektrolytlösungen aus der Apotheke.
  • Unbedingt essen. Dabei gilt: Was schmeckt darf auch gegessen werden! Fettige Speisen, Fleisch, Milchprodukte und Kaffee sollten jedoch gemieden werden.
  • Das alte Hausmittel "Cola" ist bei starkem Wasserverlust ungeeignet, da man dabei selten Wasser, Zucker und Salz im richtigen Verhältnis aufnimmt. Kalium ist darin überhaupt nicht enthalten.
  • Tritt nach spätestens vier Tagen keine Besserung ein oder verläuft die Erkrankung ungewöhnlich schwer mit Fieber, Blut im Stuhl und Austrocknung, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Hilfe aus der Reiseapotheke

Medikamente gegen Reisedurchfall gehören in jede Reiseapotheke. Bewährt haben sich Präparate, die nicht nur den Durchfall lindern, sondern auch die natürliche Funktion des Darms stärken. So sollte diese zudem auch für Kinder und ältere Menschen geeignet sein, wie zum Beispiel in der Apotheke erhältliche Präparate mit dem Wirkstoff Trockenhefe aus Saccharomyces boulardii. Arzneimittel, die akuten Durchfall durch die Verringerung der Darmmotilität stoppen, sind nur auf langen Reisen, z. B. auf Busfahrten, sinnvoll.

 

*Quelle: Robert Koch Institut in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes,
  Heft 02/01